Weingut Brenneis-Koch: Endspurt bei der Lese

Lieber Weinfreund,
wir sind im Endspurt! Nachdem wir letzte Woche die Sonne noch für mehr Aromatik in unseren Rieslingen genutzt haben, geht es diese Woche an die letzten noch hängenden Trauben. All unsere Basisqualitäten haben wir umgehend nach dem Wurstmarkt gelesen, mit höchster Akribie gingen wir an die Selektion gesunder, reifer und aromatischer Trauben für unsere Rebsortenweine und als Vorlese für unsere Rieslinge. Denen gilt nun unser ganzes Augenmerk, die Trauben aus den Toplagen in Leistadt und Kallstadt haben durchaus Potential, Spitzenrieslinge zu werden.

Licht und Schatten liegen dieses Jahr nahe beieinander: Das nasse Frühjahr hat uns mit dem heftigen Pilzbefall ein extrem arbeitsintensives Jahr beschert, in dem nur der richtige – oder falsche – Zeitpunkt von Rebblüte und Regen, Entblättern und Ausdünnen über Top oder Flop entschied. So haben wir den diesjährigen Herbst auch nicht mit einer einfachen, frühen Sorte begonnen, sondern holten als erstes unseren besten Spätburgunder aus den Wolfäckern, dafür hängt der Viognier immer noch und wird wohl als Letztes vor dem Nebbiolo gelesen werden. Mit Standardrezepten kommt dieses Jahr kein Winzer weit... Dafür gären die Jungweine im Keller schön ruhig vor sich hin und duften fein, Genaueres zu unseren 2016er Weinen können wir Ihnen aber wie gewohnt erst im nächsten Frühling berichten, bis dahin brauchen sie nur eines: Zeit...

Kurz vor dem Wurstmarkt haben wir noch einige Rotweine und unseren filigranen 2015er Weissburgunder  für Sie abgefüllt, damit wir Sie auch über Herbst und Winter gut versorgt wissen. Unseren trockenen Gutsriesling haben Sie über den Wurstmarkt komplett leergetrunken, alternativ sind aber die zwei Kabinette vom Saumagen schön ausgereift und optimal trinkreif.
Wie immer noch sehr jung und wild, aber hochinteressant stellen sich die Nachfolger unseres Syrah und Nebbiolo von 2012 und 2013 vor, mein persönlicher Favorit ist aber der 2013er Pinot aus dem Barrique, den wir nach 3 Jahren Fassreife nun unfiltriert auf Flaschen gezogen haben. Auch unser Inspired als unkomplizierte Cuvée aus St. Laurent und Burgunder mit diversen Anteilen von „was im Keller so übrig war“, sprich diesmal z.B. ein Fass Merlot und etwas Nebbiolo macht wieder zu jeder Gelegenheit Spass.

Und auch wenn alle „Trockentrinker“ schon aus Prinzip einen großen Bogen um unser 2015er Kirchenstück machen möchten, ein Tipp von uns: Augen zu und durch, denn etwas Schöneres hatten wir lange Jahre nicht im Glas! Noch explodieren die frischen Fruchtaromen von Citrus und Ananas im Mund, aber die feingliedrige Säure lässt schon erahnen, wie schön in ein, zwei Jahren die elegante Struktur und Kalkmineralik diesen Riesling trotz der leichten Restsüße prägen wird.